Love-Parade: Duisburg ist wie erstarrt

Duisburg ist wie paralysiert, wie erstarrt. Mit diesem Drama hatte wohl keiner gerechnet. Die Love-Parade ist nicht wie erwartet zu einem Freudenfest geworden, sondern zu einer Katastrophe.

Die erschreckende Bilanz sind 19 Tote und mehrere hundert Verletzte. Eine Massenpanik war entstanden, weil der einzige Zugang zum Festgelände maßlos überfüllt gewesen ist und Menschen in Panik versucht hatten, über Mauern und Zäune zu klettern. Das wurde 19 Menschen zu Verhängnis. Nun hat die Suche nach den Schuldigen begonnen.

Wegen fahrlässiger Tötung ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Der Staatsanwalt Rolf Haferkamp sagte, dass sich die Ermittlungen zunächst gegen Unbekannt richten. Bereits am Samstagnachmittag seien Papiere bezüglich des Sicherheitskonzepts von den Veranstaltern und der Stadt Duisburg beschlagnahmt worden.

Zum Sicherheitskonzept gab es schon im Vorfeld Kritik. Doch diese Kritik wurde auf Pressekonferenzen immer abgewehrt. Der Panikforscher Michael Schreckenberg – er ist Professor für Physik und Transport und Verkehr – sagte in einem Gespräch mit SPIEGEL ONLINE, dass Sicherheit Geld kostet. Schreckenberg sagte weiter, dass er ausdrücklich zu einer Videoüberwachung in Tunnel und auf der Rampenfläche geraten hätte. „Das Problem ist nicht die Masse, sondern die Dichte“, so Schreckenberg weiter. Der Veranstalter habe das jedoch abgelehnt. Er hätte sich selber darum kümmern wollen.

Wer letztendlich die Schuld an dem Drama trägt, wird sicher erst in einigen Wochen feststehen – wenn überhaupt. Für die Angehörigen der Opfer ist das nur ein schwacher Trost.

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