Loveparade: Die Schuldfrage ist weiter ungeklärt

Die Ermittlungen zum Unglück bei der Loveparade in Duisburg gehen unvermindert weiter. Immer neue Informationen tauchen auf. So rückt mittlerweile die Stadt Duisburg immer mehr ins Visier der Ermittler. Die Stadt selbst schweigt zu den Vorwürfen. Besonders der Oberbürgermeister Adolf Sauerland beteuert immer wieder, nichts von Sicherheitsbedenken gewusst zu haben.

Allerdings ist nun ein Sitzungsprotokoll vom 18. Juni aufgetaucht, das belegt, dass die Stadt bei den Verhandlungen mit dem Veranstalter in der Tat weitgehende Konzessionen gemacht hat. In den Diskussionen wenige Wochen vor der Loveparade zwischen Veranstalter, Ordnungsamt und Feuerwehr ging es unter anderem auch um die Länge der Fluchtwege. Dem Veranstalter waren die 440 Meter, die vorgeschrieben sind, zu lang. Er hielt 155 Meter für ausreichend. Damit die Diskussion zu einem Ende kommt, mischte sich der Ordnungsdezernent Rabe ein und sagte, dass der Oberbürgermeister die Veranstaltung wünsche. Das Bauordnungsamt wurde aufgefordert an dem Rettungswegekonzept konstruktiv mitzuarbeiten. Einer handschriftlichen Notiz des Baudezernats-Leiters Jürgen Dressler ist zu entnehmen, dass er die Zuständigkeit und Verantwortung ablehne.

Ebenfalls auf massive Sicherheitsbedenken weist die Tatsache hin, dass die Genehmigung für die Loveparade erst am Tag ihres Stattfindens erteilt wurde. Dieses betätigte ein Sprecher des NRW-Innenministeriums gegenüber von ZEIT ONLINE.

Wie die Ermittlungen ausgehen, bleibt nun abzuwarten. Sicher ist jedenfalls, dass der Oberbürgermeister der Stadt Duisburg nicht an der Trauerfeier, die am Samstag stattfinden wird, teilnehmen wird.

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