Badmintonschläger aus Gummibärchen

Bei der WM in China 2012 bestachen die Frauen der Sportart nicht nur durch Können, sondern auch durch Kleidung. Ist man bei Volleyballerinnen gewohnt, dass die Sachen eher Fäden ähneln als Top und Unterteil, so dürfen Badmintonspielerinnen noch durch sportliche Leistung bestechen. Mittelpunkt ist der Badmintonschläger, nicht die Frau.

Vielleicht würde sich dieses Faktum ändern, sobald Badminton mehr Aufmerksamkeit der Bevölkerung erhalten würde. Bisher allerdings sieht man Menschen, die Badminton spielen, es gibt keine großen Stars, die mit den Sportlern anbändeln, keine Fotostrecken im Playboy, keine blonde hübsche Spielerin, die alle aufgrund ihres Äußeren kennen.

Vielleicht liegt das daran, dass die geschlechtliche Teilung diesen Sport die meiste Zeit ignoriert hat. Erst im 20. Jahrhundert wurde in England der Begriff „Badminton“ geprägt, da gab es die sogenannten Rückschlagspiele aber schon über 2000 Jahre. In Deutschland fand die erste Meisterschaft 1953 statt und den Wenigsten ist bekannt, dass der erste Deutsche Meister im Herrendoppel ein sogenannter Johannes Peter Riegel, kurz Hans Riegel war. Dieser Mann ist der älteste Sohn des gleichnamigen Haribo-Imperium_Gründers Hans Riegel und großer Fan des Badmintonschlägers.

Er ließ im gleichen Jahr das Haribo-Center erbauen, die erste deutsche Badmintonhalle. In England wurde anfangs noch in Kirchen gespielt, da die hohen Räume die einzige Möglichkeit boten, drinnen den Sport auszuüben. Und sowohl 1954 und 55 gewann er zwei weitere Meistertitel, allerdings mit einer Frau im „Mixed“. Hans Riegel war es auch, der den nach ihm benannten Wanderpokal stiftete. Diesen erhält immer der Deutsche Mannschaftsmeister im Badminton.

So ist der Badmintonschläger Symbol für Gleichberechtigung, aber ebenso für Gummitiere. Es gibt Schnecken und Schwarzgeld und saure Gurken, Frösche, Erdbeeren, Pfirsiche, Cola und Pinguine, aber Badmintonschläger waren bisher nicht im Sortiment.

Vielleicht sollte man mal den Vorschlag unterbreiten, Badminton als Süßigkeiten zu fabrizieren. Allerdings ist Vorsicht geboten, selbst der große Warren Buffet war bereits in Bonn und wollte sich ins Familiengeschäft einmischen. Doch Hans Riegel wäre nicht Hans Riegel, hätte er Buffet nicht den Badmintonschläger, also die rote Karte gezeigt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *