Oktoberfest ohne Deutsches Bier?

© Oliver Weber / PIXELIO

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Das Bierbrauen in Deutschland hat Tradition. Doch viele Deutsche Marken werden zwar noch hier im Land hergestellt, aber aus dem Ausland gemanagt. Beim Verein „Münchner Bier“, der von sechs Brauerein getragen wird, gibt es nur noch zwei unabhängige Brauereien.

So wie auch Spaten-Franziskaner-Löwenbräu. Hier wird aus Belgien über Bier und Belegschaft entschieden. Der belgisch-brasilianisch-amerikanischen Konzern Anheuser-Busch Inbev produziert seit 2003 das Münchner Bier. Wobei Löwenbräu nur noch dem Namen her nach existiert. Gebraut wird das Bier durch Spaten, welches auch Becks für Südeuropa herstellt.

Anfang Januar haben die Chefs aus Belgien der Münchner Belegschaft mitgeteilt, dass Kürzungen geplant sind, was aber nicht in München ausgehandelt wird, sondern in Hannover. In den Brauereien war diese Meldung ein Schock und zeigte um so mehr, dass das Management immer mehr international denke und nicht mehr regional.

Schnell ging das Gerücht umher, dass Inbev auf dem Oktoberfest gar kein Bier mehr anbieten wolle. Laut Magazin „inside“ hieß es, dass der Konzern das Geschäft der Konkurrenz überlassen will. Wiggerl Hagn, Wirt in einem Löwenbräu Zelt fragte sofort in Belgien nach und erfuhr: „Dem ist nicht so.“

Doch wie lange Löwenbräu und Spaten in München noch bleiben, ist ungewiss. Denn in acht Jahren steigt die Pacht für das Brauerei-Gelände an der Marsstraße exorbitant an. Ob Inbev dann verkauft oder einen neuen Standort sucht ist fraglich. Freddy Adjan, Sekretär der zuständigen Gewerkschaft NGG, ist sich in einer Sache aber felsenfest sicher. Ein Neubau in München ist für die Führungsebene kein Thema.

1 comment for “Oktoberfest ohne Deutsches Bier?

  1. 27. Januar 2010 at 12:57

    Die Überschrift ist wohl bewusst sehr provokant gewählt. Aktuell gibt es neben Spaten und Löwenbräu ja noch weitere Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest, die auch noch in München produzieren und gemanagt werden: Paulaner, Hacker-Pschorr, Hofbräu und nicht zuletzt Augustiner. Aus meiner Sicht stellt sich vielmehr die Frage, ob es Sinn macht anstatt einer wirklich bayerischen Brauerei – sei es auch aus dem Münchner Umland – einen Ableger eines internationalen Konzerns, der schon lange den Bezug zu München und Bayern verloren hat. Ich denke da z.B. an Ayinger, König Ludwig Schlossbrauerei, Erdinger und andere.

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