Trotz Sieg – Zuschauer unzufrieden

Klar überlegen gewann Vitali Klitschko gegen Chris Arreola den WM-Kampf. Aber die Fans in Los Angeles hätten sich über Blutspritzer doch etwas mehr gefreut.

Nach zehn Runden gab der Trainer von Arreola auf. Bis dahin hatte der 28-jährige vom 10 Jahre älteren Klitschko 301 Treffer einstecken müssen. Soll man nun dem Weltmeister für seine Ausdauer und Kraft gratulieren oder gebührt der Respekt dem niedergeschlagenen Chris, der die Hiebe erstaunlicher Weise gut wegsteckte und aushielt?

Doch die 16.000 Zuschauer im Staples Center jubelten lieber Sylvester Stallone mit „Rocky, Rocky“ zu, der in der ersten Reihe saß. Arnold Schwarzenegger, der neben ihm Platz nahm, erntete nur Buh-Rufe. Die Begeisterung des Publikums für „Rocky“ lässt darauf schließen, dass sie einen Helden sehen wollten, der sich vom Boden aus und schon mit Blut und Schweiß verschmiert noch mal aufrappelt, um dann doch glorreich zu siegen.

Klitschko hat noch andere Ziele

Für die Klitschkobrüder ist Boxen ein Beruf. Sie verdienen damit ihr Geld. Doch sie haben auch Familie und Kinder und möchten gesund bleiben. Vitali wisse, dass in der USA lieber Kämpfe gesehen werden, wo Blut fließe und die Boxer öfters zu Boden gehen. „Aber sorry“, sagte Klitschko, „ich bin nicht bereit, meinen Kopf zu testen, ich möchte diesen Kopf auch nach meiner Zeit als Boxer noch benutzen.“ Gebrauchen möchte er seinen Kopf noch als Politiker im Stadtparlament von Kiew.

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