Wettskandal beim Fußball von Europol aufgedeckt

Es sind nicht nur die Hacker aus dem asiatischen Raum, die immer wieder Probleme bereiten. Davon waren nicht nur Twitter, sondern auch die Redaktionen von bekannten amerikanischen Zeitungen betroffen. Nun konnte Europol nach dreijähriger intensiver Ermittlung nachweisen, dass mehr als 400 Personen aus dem asiatischen Raum auch an einem Wettskandal beteiligt sind, der in der Hauptsache die Fußballwetten betrifft.

Selbst bei WM-Qualifaktionsspielen wurden Hinweise auf den Wettskandal gefunden

Konkret geht es um die Wetten auf rund 380 Spiele. Sie fanden in der Champions League statt oder wurden im Rahmen der Qualifikationsrunden für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgetragen. Neben den bereits 425 ermittelten Mittätern soll es mindestens 300 weitere Beteiligte geben. Hier sind die weltweiten Ermittlungen noch nicht ganz abgeschlossen. Aber schon jetzt bezeichnet Europol die Ausmaße bei dem jetzt aufgedeckten Wettskandal als „gewaltig“. Allein die in Deutschland manipulierten Spiele haben der Wettmafia einen Gewinn von rund acht Millionen Euro gebracht.

Welche konkreten Ermittlungsergebnisse liegen vor?

Der von den Ermittlern als „Wettmafia“ bezeichnete internationale Ring scheint schon längere Zeit aktiv zu sein. Konkrete Hinweise auf Manipulationen ergaben sich bereits bei einem Match, das im Herbst 2009 zwischen dem italienischen AC Florenz und dem ungarischen VSC Debrecen im Rahmen der Champions League stattfand. In diesem Zusammenhang gab es bereits eine Anklage, die sich gegen Ante Sapina richtete. Aufgefallen war das Spiel den Ermittlern dadurch, dass sechs von insgesamt sieben Toren dieser Partie in der ersten Halbzeit erzielt worden waren.

Auch von Journalisten bekamen die Ermittler von Europol konkrete Hinweise auf den durch Sapina organisierten Wettskandal. Betroffen sind die Partien Estland gegen Bulgarien sowie Lettland gegen Bolivien. Bei diesen Freundschaftsspielen waren nur wenige Zuschauer anwesend und das Fernsehen fehlte. Die eingesetzten Schiedsrichter konnten keine Lizenz vorweisen und alle Tore wurden durch Strafstöße erzielt. Die „Stern“-Journalisten stießen bei ihren Recherchen auf Hinweise zu Hintermännern aus Singapur.

Erschreckend ist die Tatsache, dass ein knappes Fünftel der insgesamt 380 manipulierten Spiele in deutschen Stadien ausgetragen wurden. Sie betreffen die vierte Liga und sind der Öffentlichkeit bereits bekannt. Der Bochumer Chefermittler Althans betonte in einem Interview, dass man vermutlich nur auf die „Spitze des Eisbergs“ gestoßen sei. Um dem Wettskandal im Fußball komplett auf den Grund zu gehen, sei eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden auf internationaler Ebene notwendig.

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