Der Pferdefleisch-Skandal setzt sich fort

Es sind gewaltige Mengen an betroffenen Lebensmitteln, die auf Grund der festgestellten Verunreinigungen mit Pferdefleisch aus den Regalen und Kühltruhen der Händler genommen werden mussten. Dass man sie nicht unbedingt vernichten möchte, ist ein an sich lobenswerter Gedanke. Aber die Idee, die bemängelten Lebensmittel an Arme zu verteilen, stößt auf heftige Kritik.

Bischofskonferenz hält Praxis für menschenunwürdig

Matthias Kropp ist der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz. Er kommentierte die Idee der Verteilung der durch den Pferdefleisch-Skandal zurückgerufenen Lebensmittel an bedürftige Menschen wörtlich als „respektlos“. Er gab zu Protokoll, dass auch gegenüber den Bedürftigen Mindeststandards bei der Qualität der ausgegebenen Lebensmittel eingehalten werden müssen. Die Bezeichnung „menschenunwürdig“ verwendete Christian Bakemeier, der als Geschäftsführer für die kirchlichen Bahnhofsmissionen tätig ist. Er hält die Verteilung der beanstandeten Lebensmittel an Arme für unzumutbar. Auch andere Hilfsorganisationen in Deutschland sperren sich gegen die Verteilung der Lebensmittel aus dem Pferdefleisch-Skandal. Das dieser Widerstand berechtigt ist, leitet sich allein schon daraus ab, dass nicht sichergestellt ist, dass diese Lebensmittel nicht mit Medikamentenrückständen verunreinigt sind, von denen erhebliche gesundheitliche Gefahren für den Menschen ausgehen.

Französische Hilfsorganisationen sehen das anders

In Frankreich scheinen sich die führenden Köpfe der Hilfsorganisationen weniger Gedanken darum zu machen, ob mit den Lebensmitteln Gefahren für die von ihnen betreuten Hilfsbedürftigen verbunden sind. Gleich mehrere Hilfsorganisationen hielten die Hände auf, forderten aber eine Garantie für die Unbedenklichkeit, die derzeit niemand geben kann. Lediglich das französische Rote Kreuz schloss sich der Meinung der deutschen Hilfsorganisationen an und schloss die Verteilung der belasteten Lebensmittel aus dem Pferdefleisch-Skandal kategorisch aus. Als Begründung wurde auch hier angegeben, dass man es für „menschenunwürdig“ hält, die Armen mit den Dingen zu versorgen, die andere Menschen wegen gesundheitlicher Bedenken nicht essen wollen.

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