Infineon – die Schatten der Vergangenheit

393177_R_B_by_Freelancer0111_pixelio[1].deDer ehemalige Chef des Konzerns Infineon hat sich heute vor dem Münchner Landgericht zu verantworten.

Zur Last gelegt wird ihm die Annahme von Schmiergeld in Höhe mehrerer Hunderttausend Euro. Angesetzt sind 15 Verhandlungstage mit Ladung von weit mehr als 30 Zeugen. 

Der Prozess beunruhigt die Gemüter bei Infineon doch erheblich. Gerade befindet sich der Konzern seit langem wieder im Aufwind. Der Ex-Chef Ulrich Schumacher beteuert allerdings nach wie vor seine Unschuld. Was der Ausgang der Verhandlung und die Lüftung vieler brisanter Einzelheiten bezüglich der Schmiergeldaffäre auch bringen wird: das Unternehmen sei gut beraten, das Gebaren des Prozesses im laufenden Tagesgeschäft nur so viel an Bedeutung zu schenken wie eben nötig. Infineon befindet sich – wie schon seit langem nicht mehr – auf einem guten Kurs. Dafür spricht, dass Investoren von neuem der neuen Führungsspitze Peter Bauer ihr Vertrauen schenken.

Ganz anders sah es zum Jahresende 2008 aus. Die Infineon-Akte fiel innerhalb kürzester Zeit um 99 Prozent. Im Frühjahr 2009 kursierten sogar Gerüchte über eine mögliche Pleite. Staatliche Hilfe sollte den Konzern retten. Nach heutigem Stand sieht es nach einer gelungenen Neubelebung aus. Die ungetrübte Kauflust nach internetfähigen Handys sowie der sich abzeichnende Aufschwung auf dem Chipmarkt sorgen für eine gute Platzierung im Börsenindex DAX. Trotz der Schatten des Prozesses könnte aus Infineon möglicherweise noch ein ganz beständiger Konzern werden.

Foto: © Freelancer0111 / PIXELIO

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