Kinderarbeit bei Kik?

Kik gilt mehr als 3.000 Geschäften in Deutschland und den angrenzenden europäischen Ländern als der größte Discount-Händler für Textilien. Die 1994 gegründete GmbH beschäftigt rund 20.000 Mitarbeiter und kann einen Jahresumsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro vorweisen. Vor allem bei Familien mit Kindern erfreuen sich die günstigen Angebote großer Beliebtheit. Nun muss sich der Konzern von der Öffentlichkeit den Vorwurf der Kinderarbeit gefallen lassen.

Wie RTL Kik auf die Schliche kam

Alexander Römer ist einer der Reporter, die für das RTL-Magazin „Punkt12“ arbeitet. Er betätigte sich als Undercover-Ermittler, indem er vorgab, von Kik Textilien kaufen zu wollen. In diesem Rahmen forderte er eine Besichtigung der Produktionsstätten. Unter Anderem schaute er sich ein Werk im Umfeld von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesh, an. Dort werden auch Waren hergestellt, die von Kik in Deutschland vertrieben werden. Von den RTL-Technikern war Römer eigens für die Besichtigung mit einer versteckten Kamera ausgestattet worden. Und die zeichnete etwas auf, was es so nirgendwo auf der Welt geben sollte: Kinder arbeiteten an den Maschinen zur Textilherstellung.

Die Reaktionen von Kik auf die Vorwürfe

Die Konzernleitung gab dpa gegenüber an, dass es sich allein um die Machenschaften des in Bangladesh beauftragen Sub-Unternehmers handeln würde. Kik würde von ihm eine Konventionalstrafe verlangen, die auf 3.900 Euro beziffert wurde. Als zweite Konsequenz gab Kik an, die Kooperation mit dem betroffenen Unternehmen sofort beenden zu wollen. Der Konzern selbst habe von der illegalen Beschäftigung von Kindern bisher nichts gewusst.

Kik nicht das erste Mal in den Schlagzeilen

Schon Ende 2012 hatte sich Kik negative Nachrichten gefallen lassen müssen. Betroffen war das Unternehmen Ali Enteprises aus Pakistan, mit dem Kik ebenfalls zusammenarbeitet. Dort hatten bei einem Brand mehrere Arbeiter den Tod gefunden. 2007 stand Kik Österreich im Fokus der Öffentlichkeit, als der Spitzenkandidat für eine Betriebsratswahl fristlos gekündigt wurde und ein Zutrittsverbot für sämtliche Kik-Niederlassungen erhielt. Ein Gericht hob sowohl die Kündigung als auch das Hausverbot später wieder auf. Bis heute hat Kik Österreich als eine Folge dieser Aktion keinen Betriebsrat.

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