Nun auch Ikea womöglich von Pferdefleisch-Skandal betroffen

Wer bisher glaubte, dass sich nur der klassische Lebensmittelhandel mit den Folgen des Pferdefleisch-Skandals auseinandersetzen muss, der irrt. Auch erste gastronomische Einrichtungen werden mittlerweile damit in Verbindung gebracht. Erwischt hat es jetzt dem Anschein nach den Möbeldiscounter Ikea, bei dem sowohl in den Angeboten der Tiefkühltheken als auch in den Offerten der hauseigenen Imbissbetriebe Verunreinigungen mit Pferdefleisch gefunden worden sind.

„Koetbullar“ – beliebt und mit dem Pferdefleisch-Skandal im Gespräch

Die beliebten Hackfleischbällchen „Koetbullar“ werden in Schweden eigens für den Möbeldiscounter produziert. Jetzt wurden in Proben, die in tschechischen Filialen entnommen wurden, Bestandteile aus Pferdefleisch in den Hackfleischbällchen festgestellt. Konkret betroffen ist eine Ikea-Filiale in der Nähe von Brünn. Etikettiert war die Charge mit dem Hinweis, dass die Fleischbällchen aus Rind- und Schweinefleisch bestehen würden. Die Charge konnte noch vor dem Verkaufsstart aus dem Verkehr gezogen werden.

Ikea reagierte blitzschnell auf das Testergebnis

Sowohl in Schweden als auch in Italien ist der Verkauf der „Koetbullar“-Fleischbällchen sowohl in den Kühltheken als auch in den Imbissstationen sofort vorsorglich gestoppt worden. Auch das Schnellwarnsystem für kritische Lebensmittel der Europäischen Union ist von den tschechischen Ermittlern sofort in Kenntnis gesetzt worden. Ikea selbst legte den Namen des Herstellers der Fleischbällchen sofort offen: Es ist die in Schweden beheimatete Firma „Familjen Dafgard“.

Auch die Politik springt nun auf den Pferdefleisch-Skandal an

Ilse Aigner, die als deutsche Ministerin für die Landwirtschaft zuständig ist, hält einen schnellen Aktionsplan notwendig. Er soll neben einem Frühwarnsystem auch europaweit einheitliche Kennzeichnungen für Fleischprodukte enthalten. Ihr österreichischer Amtskollege geht noch einen Schritt weiter und fordert einen „Lebensmittel-Reisepass“, aus dem die Verbraucher entnehmen können, woher ihre Lebensmittel stammen. Beides wäre eine sinnvolle Sache, zumal nach dem Pferdefleisch-Skandal mit fehldeklarierten Bio-Eiern bereits der nächste Lebensmittelskandal die Öffentlichkeit erreicht hat.

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