Reportage über Amazon hat Konsequenzen

Mitte Februar 2013 lief eine Reportage im Fernsehen, die die Gemüter der Menschen sehr erhitzt hat. In den Logistikzentren von Amazon sind sehr viele Leiharbeiter ausländischer Herkunft beschäftigt, die in Sammelquartieren wohnen. Diese werden von einem Sicherheitsdienst bewacht. Begründet wird das mit der Sicherheit der Arbeiter. Doch das allein ist nicht das Ziel der Sicherheitsdienst-Angestellten.

Amazon-Mitarbeiter vom Sicherheitsdienst schikaniert

Die Angestellten des Sicherheitsdienstes leben ihre Überzeugungen auch im Dienst aus, indem sie die Mitarbeiter von Amazon teilweise in heftiger Art schikanieren. Sie waren sich nicht einmal zu schade, auch das Filmteam zu attackieren, das diese Missstände aufgedeckt hat. Amazon hat prompt reagiert und den Vertrag  sofort gekündigt. Von Diskriminierungen und auch Versuchen der Einschüchterungen möchte man sich als international tätiges Unternehmen sehr deutlich distanzieren.

Politik bezeichnet den Bericht als Skandal

Doch so ganz als „Saubermann“ kommt Amazon selbst bei dem Fernsehbericht auch nicht weg. Die Unterkünfte der ausländischen Leiharbeiter sind beengt. Sie werden mit Bussen zu den Logistikzentren gebracht, in denen die Arbeiter zusammengequetscht stehen müssen. Verspätungen der Arbeiter werden sofort mit einem Lohnabzug geahndet, selbst wenn die überfüllten Busse die Ursache dafür sind. SDP-Politiker nannten das einen Skandal. Selbst Ursula von der Leyen, die deutsche Arbeitsministerin wurde aufgeschreckt. Sie kündigte an, eventuell sogar den Leihfirmen die Lizenz zu entziehen, wenn sie eine Kooperation mit Amazon pflegen.

Zeitarbeitsfirmen und Gewerkschaften wehren sich

Die Gewerkschaft Ver.di führt aktuell Verhandlungen mit Amazon, deren Ziel die Einführung eines Grundlohns für die Festangestellten ist. Amazon soll die Bedingungen des Tarifvertrags für den Einzelhandel anerkennen, was zu einer Erhöhung der Stundenlöhne führen würde, die sich bisher an den Löhnen der Logistikbranche orientieren. Der Interessenverband der deutschen Zeitarbeitsfirmen distanziert sich von diesen unethischen Vorgehensweisen. Der Vorsitzende Werner Stolz verwies in seiner Stellungnahme auf den Ethik-Codex, dem sich die Mitglieder des Interessenverbandes freiwillig unterworfen haben.

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