Volksbank in Berlin auf filmreife Weise ausgeraubt

Der Polizeibericht zu einem Bankraub, der in einer Berliner Filiale der Volksbank in der Nacht vom 13. zum 14. Januar 2013 stattfand, liest sich wie das Drehbuch zu einem Fernsehkrimi. Die Feuerwehr wurde von einem Wachmann gerufen, der bemerkt hatte, dass aus einem Tresorraum der Bank Rauch quoll. Die Feuerwehrleute stellten vor Ort fest, dass es auch aus einer in der Nachbarschaft gelegenen Tiefgarage qualmte. Bei der genaueren Prüfung fanden sie einen Gang, der von der Tiefgarage in den Tresorraum der Steglitzer Bankfiliale führte. Der wies die enorme Länge von rund dreißig Metern auf. Beim Betreten des Tresorraums fiel auf, dass rund 200 Bankschließfächer ausgeraubt worden waren.

Aktuell wird angenommen, dass der Brand von den Bankräubern gezielt gelegt worden ist, um der Polizei die Spurensuche zu erschweren. Auch der Umfang der Beute, die von den Bankräubern aus den Schließfächern der Bank entwendet worden ist, steht bisher noch nicht fest. Im Moment fragen sich die Ermittler auch noch, wie es den Tätern unbemerkt gelungen ist, den Tunnel zu graben und zwei stahlverstärkte Betonwände zu durchbrechen. Dazu haben offenbar bauliche Eigenheiten wie die Teilung der Tiefgarage in einzelne Sektionen beigetragen.

Die Nutzer der rund 200 von den Räubern geleerten Schließfächer stehen jetzt vor der Frage, ob es den Ermittlern gelingt, die Täter zu stellen. Nur so besteht die Chance, dass sie eventuell einen Teil der dort unter Anderem eingelagerten persönlichen Wertgegenstände zurückbekommen. Doch was passiert, wenn das den Kriminalisten nicht gelingen sollte?

Bei vielen Banken ist im Mietpreis für ein Schließfach eine Versicherung mit enthalten. Die Versicherungssummen sind abhängig von den allgemeinen Konditionen der jeweiligen Bank. Darüber hinaus kann der Nutzer der Schließfächer eine optionale erweiternde Schließfachversicherung abschließen. Gibt es eine solche Versicherung nicht, geht der Kunde im Falle eines Bankraubs oftmals leer aus, weil Bargeld gar nicht und Sachwerte nur teilweise versichert sind. Die Bank selbst muss bei einem Bankraub nur dann haften, wenn ihr Versäumnisse nachgewiesen werden können. Und selbst dann wird es schwierig für den Kunden, weil er beweisen muss, was sich zum Zeitpunkt des Bankraubs in seinem Schließfach befunden hat.

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